Indoeuropische sprachfamilie


17.01.2021 21:09
Sprachfamilien in Deutsch Schlerlexikon Lernhelfer
sind jedoch nicht komplett verschwunden. Zu ihr gehren unter anderem die romanischen Sprachen, zum Beispiel Franzsisch und Spanisch, sowie die germanischen Sprachen wie Englisch und Deutsch. Vor 40 Jahren spalteten sich die einzelnen Unterfamilien des Indogermanischen ab, also etwa die Stammsprachen des Keltischen, Germanischen oder Indoiranischen. Das deckt sich mit der Ansicht von Linguisten, die argumentieren, dass die Sprachentwicklung schneller voranschreitet als die der Gene, und fr die eine Verbreitung der indoeuropischen Sprache mit den ersten Bauern daher einige tausend Jahre zu alt ist. Bouckaert und Kollegen betrachteten nun anstelle des Erbgutes verschiedene Wrter aus 103 gegenwrtigen und vergangenen Sprachen, die einen gemeinsamen Ursprung besitzen, zum Beispiel das Wort Mutter. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Schnurkeramiker, nicht nur genetisch eng mit den Hirten aus der Steppe verwandt sind, sondern mglicherweise auch eine hnliche Sprache hatten, sagt Lazaridis. Dabei greift er auf neueste Erkenntnisse der Humangenetik, Archologie und Migrationsforschung zurck, die die historisch vergleichende Sprachwissenschaft in letzter Zeit in erstaunlichem Mae bereichert haben. Allerdings haben wir mit alter DNA endlich die zeitliche und genetische Auflsung, die uns hier weiterbringen kann.

Es zeigt aber auch, dass Jger-Sammler nach und nach in buerliche Gemeinschaften integriert wurden, fgt Kurt Alt von der Universitt Basel und der Privatuniversitt Krems hinzu. Nur wer die Geschichte der Sprachen kennt, kann solche Prozesse verstehen und bewerten. Die indoeuropische Sprachfamilie ist die am weitesten verbreitete der Welt. Das spiegelt einen grundlegenden Fortschritt in der DNA-Forschung wider, der es mglich macht, gleichzeitig die Genome Duzender von Individuen zu testen, sagt Projektleiter David Reich von der Harvard Medical School, dem Broad Institute und dem Howard Hughes Medical Institute. In Deutschland sind es die sogenannten Schnurkeramiker am bergang zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit, bei welchen erstmals die dritte Komponente auftaucht und deren Erbgut damit einen zweiten Bevlkerungsumbruch markiert, sagt Haak. Basierend auf einem direkten Vergleich mit Individuen der Yamnaya-Kultur, Viehhirten aus den eurasischen Steppengebieten, schtzen wir den genetischen Steppenanteil in den Schnurkeramikern aus Sachsen Anhalt auf betrchtliche 75 Prozent, sagt Lazaridis, und fgt hinzu, dass sich die Schnurkeramiker und die Yamnaya-Population. Das ist ein heikles Thema und muss mit Bedacht angegangen werden, warnt Mitautor Johannes Krause, Direktor des neuen Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena. Spanisch, Griechisch, Deutsch und Persisch - all diese und viele andere indoeuropische Sprachen haben einen gemeinsamen Ursprung. Die genetischen Daten besttigen dies jedoch nicht, sagt Erstautor Wolfgang Haak von der Universitt Adelaide. Bei der Analyse der Datenstze kristallisierten sich zwei wesentliche Bevlkerungsumbrche heraus: Der erste Umbruch geht auf die Ausbreitung der frhen Bauern ber ganz Europa zurck.

Zum Ursprung der indoeuropischen Sprachen diskutieren Fachleute vor allem zwei Hypothesen: Der Steppen-Hypothese zufolge entwickelte sich die Grundsprache nrdlich des kaspischen Meeres in der russischen Steppe. Einzelne Sprachen innerhalb der Unterfamilien entwickelten sich dann vor etwa 4500 bis vor 2000 Jahren, also etwas das Deutsche innerhalb der Germanischen Sprachen. Er beschreibt, was wir ber die Sprachfhigkeit der frhesten Menschen wissen, in welchen Stufen sich die komplexe Sprache des Homo sapiens entwickelte und wie die vergleichende Sprachforschung das Nostratische als lteste bekannte Sprachfamilie rekonstruiert hat. Zur Klrung des Alters dieser beigabenlosen Bestattungen wurden 14C-Datierungen in Auftrag gegeben. Keramiken, aus dem Mittelmeerraum und dem mittel- und nordeuropischen Kontinent beruhen. Reich, Haak und ihre Kollegen sind trotz der monumentalen Aufgabe optimistisch, dass man sich der Lsung annhern wird. Vor 4500 Jahren wanderten Menschen aus den eurasischen Steppengebieten nach Mitteleuropa ein und haben so mglicherweise zur Verbreitung der indoeuropischen Sprachfamilie beigetragen. Insgesamt wurden die Gene von ber 90 Individuen sequenziert, die zwischen 30 Jahren vor heute in Europa lebten. Um 60 Jahren vor heute sehen wir einen Wiederanstieg des Jger-Sammler-Anteils im Genom, sagt Co-Erstautor Iosif Lazaridis von der Harvard Medical School.

Wir wollen verstehen, wie hnlich sich Bevlkerungsgruppen aus Europa, Anatolien, dem Kaukasus, Iran und Indien vor 30 Jahren waren, um so dem potentiellen Ursprung der indoeuropischen Sprachen nher zu kommen. Die Wissenschaftler hatten fr ihre Untersuchung ein Verfahren angewendet, das in der Genetik genutzt wird, um die Verwandtschaftsverhltnisse bei Arten zu untersuchen. Haak geht sogar noch weiter: Das Signal ist so stark, dass man fast von einer genetischen Datierung sprechen knnte, basierend auf dem Vorkommen von ein, zwei oder allen drei Komponenten. Die Forscher um Remco Bouckaert von der University of Auckland (Auckland/Neuseeland) fanden in ihrer Studie jedoch eher Belege fr die Anatolien-Hypothese. Wir haben diesbezglich schon einen Workshop im Oktober in Jena anberaumt, in welchem wir uns zusammen mit Experten aus allen drei Fachrichtungen diesen Fragen widmen wollen. Der liegt einer neuen Untersuchung zufolge in Anatolien in der heutigen Trkei. Die Forscher, darunter auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena, widersprechen damit teilweise den populrsten Thesen ber den Ursprung der indoeuropischen Sprachen, denen zufolge der Urahn dieser Sprachen mit den frhen Bauern vor mehr als 9000 Jahren aus dem Nahen Osten nach Europa kam. Mutter heit im Englischen "mother im Spanischen "madre" oder im Persischen "madar". Derzufolge breiteten sich die Sprachen von Anatolien aus vor 95 Jahren zusammen mit der Landwirtschaft und einer buerlichen Lebensweise aus. Die Forscher betonen, dass die Landwirtschaft eine magebliche Rolle fr die Entwicklung der globalen Sprachvielfalt gespielt habe.

Die Frhbauern aus Spanien, Deutschland und Ungarn sind genetisch nahezu identisch, was auf einen gemeinsamen Ursprung im Nahen Osten schlieen lsst. Wann und wie war jedoch unklar. Haarmann versteht es meisterhaft, seinen Lesern die oft verschlungenen Wege der Herausbildung von Sprachfamilien, der Transformation und Ausgliederung alter und der Entstehung neuer Sprachen zu vermitteln. Reich fgt hinzu: Unsere Ergebnisse stellen die Theorie der Sprachverbreitung im Zusammenhang mit der Einwanderung der ersten Bauern in Frage. Die fachbergreifende Interpretation von archologischen, linguistischen und genetischen Daten ist jedoch kontrovers. Whrend zahlreiche kleine Sprachen sterben, steht das Englische am Beginn einer Ausgliederung, wie sie das Lateinische hinter sich hat. Eine nach wie vor ungelste Frage ist die nach dem Ursprung der indoeuropischen Sprachfamilie.

Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Erbgut herangezogen, um beispielsweise die Entwicklung einer Art zu verfolgen. Von dort breitete sie sich demnach mit halbnomadisch lebenden Viehhaltern der Kurgankultur vor 50 Jahren Richtung Europa und in den Nahen Osten aus. Diese Bevlkerungsgruppe unterscheidet sich genetisch deutlich von den damals in Europa lebenden Jgern und Sammlern. Dies enge Verbindung konnte nun auch naturwissenschaftlich belegt werden, ergnzt Harald Meller, Direktor des Landesmuseums fr Vorgeschichte in Halle (Saale). Archologisch wurden bisher zwei unterschiedliche Wanderungsrouten der Bauern beschrieben, welche im Wesentlichen auf Unterschieden im materiellen Fundgut,.

Die Wissenschaftler verfolgten nun mit Hilfe eines statistischen Verfahrens die Entwicklung der Kognate und damit die Evolution der Sprache ber die Zeit. Beginnend vor 9500 Jahren habe sich die Ursprache von dort ber weite Teile der Welt ausgebreitet, berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt. Sie sei aber nicht der einige Motor der Sprachentwicklung gewesen. Untersuchungen zur Entwicklung einer Sprache gben wichtige Einblicke in die kulturelle Geschichte ihrer Sprecher. Wie kam Indoeuropisch nach Europa? Die Proben fr die Studie wurden von einem internationalen Team unter mageblicher Beteiligung der Universitten Mainz, Basel und Tbingen, dem Landesamt fr Denkmalpflege und Archologie Sachsen-Anhalt mit Landesmuseum fr Vorgeschichte in Halle, sowie dem neuen Max-Planck Institut fr Menschheitsgeschichte in Jena zusammengestellt. Die aufflligen bereinstimmungen in den materiellen Hinterlassenschaften der Schnurkeramik- und der Yamnaya-Kultur waren bereits bekannt. Zusammenfassung, harald Haarmann legt mit diesem Buch erstmals in deutscher Sprache eine moderne Universalgeschichte der Sprachen vor. Es war ein echtes Aha-Erlebnis, als wir die ersten Daten ansahen, schwrmt Lazaridis. Ein Team unter Leitung der Harvard Medical School in Boston, USA, und des Australian Centre for Ancient DNA der Universitt Adelaide hat nun Hinweise auf massive Wanderungsbewegungen aus den eurasischen Steppengebieten vor circa 4500 Jahren entdeckt, die einen deutlichen Einfluss auf die Verbreitung.

Neue artikel