Indogermanische sprachfamilie


18.01.2021 08:57
Sprachfamilien in Deutsch Schlerlexikon Lernhelfer
Fundgut,. Tatschlich fanden sich unter den Proben auch einige Ausreier, die bisher archologisch allein aufgrund ihrer Ausrichtung als lter eingestuft wurden, allerdings die dritte Komponente aufwiesen. Allerdings haben wir mit alter DNA endlich die zeitliche und genetische Auflsung, die uns hier weiterbringen kann. Wir haben diesbezglich schon einen Workshop im Oktober in Jena anberaumt, in welchem wir uns zusammen mit Experten aus allen drei Fachrichtungen diesen Fragen widmen wollen. Mrz 2015, fast drei Milliarden Menschen sprechen heute eine der 445 Sprachen, die der indoeuropischen Sprachfamilie zugerechnet werden. Haak geht sogar noch weiter: Das Signal ist so stark, dass man fast von einer genetischen Datierung sprechen knnte, basierend auf dem Vorkommen von ein, zwei oder allen drei Komponenten.

Ein Team unter Leitung der Harvard Medical School in Boston, USA, und des Australian Centre for Ancient DNA der Universitt Adelaide hat nun Hinweise auf massive Wanderungsbewegungen aus den eurasischen Steppengebieten vor circa 4500 Jahren entdeckt, die einen deutlichen Einfluss auf die Verbreitung. Dies enge Verbindung konnte nun auch naturwissenschaftlich belegt werden, ergnzt Harald Meller, Direktor des Landesmuseums fr Vorgeschichte in Halle (Saale). Diese Bevlkerungsgruppe unterscheidet sich genetisch deutlich von den damals in Europa lebenden Jgern und Sammlern. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Schnurkeramiker, nicht nur genetisch eng mit den Hirten aus der Steppe verwandt sind, sondern mglicherweise auch eine hnliche Sprache hatten, sagt Lazaridis. Die Proben fr die Studie wurden von einem internationalen Team unter mageblicher Beteiligung der Universitten Mainz, Basel und Tbingen, dem Landesamt fr Denkmalpflege und Archologie Sachsen-Anhalt mit Landesmuseum fr Vorgeschichte in Halle, sowie dem neuen Max-Planck Institut fr Menschheitsgeschichte in Jena zusammengestellt.

Reich fgt hinzu: Unsere Ergebnisse stellen die Theorie der Sprachverbreitung im Zusammenhang mit der Einwanderung der ersten Bauern in Frage. Vor 4500 Jahren wanderten Menschen aus den eurasischen Steppengebieten nach Mitteleuropa ein und haben so mglicherweise zur Verbreitung der indoeuropischen Sprachfamilie beigetragen. Wir haben eine neue Technik entwickelt, die es uns erlaubt, die Teile des Genoms zu isolieren, welche die meisten Informationen ber die Menschheitsgeschichte enthalten und haben nur diese Abschnitte sequenziert. Dazu gehren auch Deutsch, Englisch, Franzsisch, Italienisch, Griechisch, Iranisch und Russisch. Es war ein echtes Aha-Erlebnis, als wir die ersten Daten ansahen, schwrmt Lazaridis.

Wann und wie war jedoch unklar. Reich, Haak und ihre Kollegen sind trotz der monumentalen Aufgabe optimistisch, dass man sich der Lsung annhern wird. Keramiken, aus dem Mittelmeerraum und dem mittel- und nordeuropischen Kontinent beruhen. Haak sagt zuversichtlich: Die Hauptaufgabe besteht nun darin, nach und nach die Fundlcken in unserer genetischen Kartierung zu stopfen. Insgesamt wurden die Gene von ber 90 Individuen sequenziert, die zwischen 30 Jahren vor heute in Europa lebten. Bei der Analyse der Datenstze kristallisierten sich zwei wesentliche Bevlkerungsumbrche heraus: Der erste Umbruch geht auf die Ausbreitung der frhen Bauern ber ganz Europa zurck. Wie kam Indoeuropisch nach Europa?

Genomweite Daten von Frhbauern hatten gezeigt, dass dieser dritte Anteil zu dieser Zeit noch nicht in Europa vorhanden war und daher erst spter hinzugekommen sein musste. Um 60 Jahren vor heute sehen wir einen Wiederanstieg des Jger-Sammler-Anteils im Genom, sagt Co-Erstautor Iosif Lazaridis von der Harvard Medical School. Basierend auf einem direkten Vergleich mit Individuen der Yamnaya-Kultur, Viehhirten aus den eurasischen Steppengebieten, schtzen wir den genetischen Steppenanteil in den Schnurkeramikern aus Sachsen Anhalt auf betrchtliche 75 Prozent, sagt Lazaridis, und fgt hinzu, dass sich die Schnurkeramiker und die Yamnaya-Population. Ber die Hlfte der Proben stammen aus Sachsen-Anhalt, wo beim Bau von ICE-Trassen und Bundesstraen wertvolle Neufunde gemacht wurden, deren genetische Analyse auch von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell untersttzt wurde. Die Forscher, darunter auch Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena, widersprechen damit teilweise den populrsten Thesen ber den Ursprung der indoeuropischen Sprachen, denen zufolge der Urahn dieser Sprachen mit den frhen Bauern vor mehr als 9000 Jahren aus dem Nahen Osten nach Europa kam. Die Wanderungsbewegung aus dem Osten, bereits in vorausgegangenen Arbeiten, hatten einige derselben Autoren auf die genetische Zusammensetzung aller Europer aus drei wesentlichen Bestandteilen hingewiesen: genetische Anteile von Jger-Sammler-Populationen und Frhbauern sowie eine dritte Komponente mit hnlichkeit zu Sibiriern und den ersten Indianern Amerikas. Die fachbergreifende Interpretation von archologischen, linguistischen und genetischen Daten ist jedoch kontrovers. In Deutschland sind es die sogenannten Schnurkeramiker am bergang zwischen Jungsteinzeit und Bronzezeit, bei welchen erstmals die dritte Komponente auftaucht und deren Erbgut damit einen zweiten Bevlkerungsumbruch markiert, sagt Haak. Die Jger-Sammler sind jedoch nicht komplett verschwunden.

Die Studie beruht auf einer bisher einmaligen Datenbasis: Im Vergleich zu bislang vorliegenden Studien wurden mehr als doppelt so viele Genome prhistorischer Europer sequenziert. Eine nach wie vor ungelste Frage ist die nach dem Ursprung der indoeuropischen Sprachfamilie. Der dritte Anteil war in jedem Individuum zu sehen, das jnger als 4500 Jahre war, und in keiner der lteren Proben aus Mitteleuropa. Das deckt sich mit der Ansicht von Linguisten, die argumentieren, dass die Sprachentwicklung schneller voranschreitet als die der Gene, und fr die eine Verbreitung der indoeuropischen Sprache mit den ersten Bauern daher einige tausend Jahre zu alt ist. Die aufflligen bereinstimmungen in den materiellen Hinterlassenschaften der Schnurkeramik- und der Yamnaya-Kultur waren bereits bekannt. Das bedeutet, dass Jger-Sammler-Gesellschaften noch bis lange nach Ankunft der Bauern bestanden haben mssen.

Die genetischen Daten besttigen dies jedoch nicht, sagt Erstautor Wolfgang Haak von der Universitt Adelaide. Das spiegelt einen grundlegenden Fortschritt in der DNA-Forschung wider, der es mglich macht, gleichzeitig die Genome Duzender von Individuen zu testen, sagt Projektleiter David Reich von der Harvard Medical School, dem Broad Institute und dem Howard Hughes Medical Institute. Diese zogen vor mehr als 9000 Jahren aus dem Nahen Osten gegen Westen und wurden bereits vor rund 7500 Jahren in Mittel- und Westeuropa sesshaft. Die Frhbauern aus Spanien, Deutschland und Ungarn sind genetisch nahezu identisch, was auf einen gemeinsamen Ursprung im Nahen Osten schlieen lsst. Bei einem genetischen Einschlag dieser Grenordnung drngt sich die Frage auf, ob diese Expansion auch einen Einfluss auf die Verbreitung von Sprachen hatte. Es zeigt aber auch, dass Jger-Sammler nach und nach in buerliche Gemeinschaften integriert wurden, fgt Kurt Alt von der Universitt Basel und der Privatuniversitt Krems hinzu.

Da smtliche Mittel- und Nordeuroper heutzutage einen hohen genetischen Anteil der damaligen Steppenbewohner in sich tragen, und zudem eine indoeuropische Sprache sprechen, ist zumindest ein deutlicher Beitrag der Steppe nicht ausschlieen, bemerkt Haak. Wir wollen verstehen, wie hnlich sich Bevlkerungsgruppen aus Europa, Anatolien, dem Kaukasus, Iran und Indien vor 30 Jahren waren, um so dem potentiellen Ursprung der indoeuropischen Sprachen nher zu kommen. Das ist ein heikles Thema und muss mit Bedacht angegangen werden, warnt Mitautor Johannes Krause, Direktor des neuen Max-Planck-Instituts fr Menschheitsgeschichte in Jena.

Die Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft, kurz Indogermanistik, hat die sogenannten "indogermanischen" Sprachen zum. Die indogermanischen oder auch indoeuropischen Sprachen zhlen zu den am weitesten verbreiteten Sprachfamilien weltweit und. Zur Verbreitung der indogermanischen Sprachfamilie beigetragen. 445 Sprachen, die der indoeuropischen Sprachfamilie zugerechnet. Das Indogermanische ist weltweit verbreitet. Rund drei Milliarden Menschen sprechen heute eine der knapp 400 verschiedenen.

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